Andrea Peyrick
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Wann warst du das letzte Mal im Wald?

Hast du dabei den Geruch des Waldes wahrgenommen und die Blätter rascheln hören?

In diesem Artikel geht es um „Waldbaden“ und wie du damit deine Immunsignatur positiv beeinflussen kannst.

In Japan gilt Shinrin-Yoku – das „Baden im Wald“ bereits als anerkannte Therapieform um den Geist zu beruhigen und Stress nachweislich zu senken. „Waldmedizin“ ist an japanischen Universitäten seit einigen Jahren ein eigener Forschungszweig und es gibt eine fachärztliche Spezialisierung auf diesem Gebiet.

Beim Waldbaden geht es darum, Zeit im Wald zu verbringen und den Wald bewusst und intensiv wahrzunehmen – also den Fokus zu setzen auf die Sinne wie Riechen, Hören, Fühlen.

Folgende positive Wirkungen des Waldbadens auf die Gesundheit konnten in Studien unter anderem nachgewiesen werden (3):

  • Reduzierung der Stresshormone Cortisol(1) und Adrenalin
  • Senkung von Blutdruck und Puls
  • Verbesserung der Herzfrequenzvariabilität
  • Reduzierung von negativen Gefühlen, Depression, Angst und Wut

UND: der Aufenthalt im Wald stärkt das Immunsystem:

  • Zunahme der Anzahl und Aktivität der natürlichen Killerzellen (2, 3)
  • Abnahme von entzündungsfördernden Botenstoffen (3)

Natürliche Killerzellen gehören zu den Lymphozyten, also den weißen Blutkörperchen. Sie  erkennen virusinfizierte und entartete Zellen und bekämpfen diese. Die Erhöhung der natürlichen Killerzellen durch das Waldbaden führt also dazu, dass entartete Zellen und virusinfizierte Zellen besser erkannt und bekämpft werden können (2).

Doch auch die Senkung des Stresshormons Cortisol (1) durch das Waldbaden wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus.

Evolutionsbiologisch wird Cortisol in Stresssituationen vermehrt ausgeschüttet. „Früher“ waren das meist Gefahrensituationen wie Kämpfen oder Flüchten, in denen akute Verletzungsgefahr bestand. Akut war es dann sinnvoll Cortisol vermehrt auszuschütten, denn Cortisol aktiviert das Immunsystem und man war gut vorbereitet auf mögliche Verletzungen und damit dem möglichen  Eindringen von Krankheitserregern. Akut wirkt Cortisol stark entzündungshemmend.

Heutzutage stehen viele Menschen eher unter Dauerstress und damit sind die Cortisolspiegel dauerhaft erhöht. In diesen Fällen reagiert das Immunsystem nicht mehr so gut auf das Cortisol und es kommt eher zu einer Infektanfälligkeit. Hier lohnt es sich also besonders, das Waldbaden zu nutzen, um den Stress zu reduzieren und die Systeme des Körpers auszugleichen.

Du hast hiermit jetzt einen weiteren Baustein, wie du deine Immunsignatur verbessern kannst.

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Wann startest du?

QUELLEN

1. Kobayashi H, Song C, Ikei H, Park B-J, Lee J, Kagawa T, Miyazaki Y. Population-Based Study on the Effect of a Forest Environment on Salivary Cortisol Concentration. International Journal of Environmental Research and Public Health. 2017; 14(8):931. https://doi.org/10.3390/ijerph14080931

2. Li Q. Effect of forest bathing trips on human immune function. Environ Health Prev Med. 2010;15(1):9-17. doi:10.1007/s12199-008-0068-3

3. Wen, Y., Yan, Q., Pan, Y. et al. Medical empirical research on forest bathing (Shinrin-yoku): a systematic review. Environ Health Prev Med 24, 70 (2019). https://doi.org/10.1186/s12199-019-0822-8