Malte Herberhold
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In unserem letzten Artikel haben wir Dir das Prinzip der Hormesis vorgestellt und am Ende auf unsere 5 Doktoren der Immunsignatur verwiesen. In diesem Artikel möchten wir nochmal etwas genauer auf Dr. Kälte eingehen und Dir die Wirkprinzipien dieses natürlichen Reizes etwas genauer darstellen.

Kälte ist für unseren Körper, wie bereits erwähnt, ein hormetischer Reiz. Durch die richtige (Wirk-) Dosis verbessert Kälte unsere Widerstandskraft und stärkt damit unsere Gesundheit fördert.

Kurz gesagt: „Wir werden nicht krank weil es kalt ist, sondern weil wir die Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft gegen die Kälte verloren haben.“

In unserer modernen Gesellschaft haben wir gelernt Kälte zu vermeiden. Den steten Wechsel zwischen Warm- und Kalt, der noch vor wenigen Jahrzehnten normal war, haben wir heute nicht mehr. Wir tragen dem Wetter-angepasste Kleidung und leben in klimatisierten Räumen, wodurch wir Situationen umgehen, die uns mit Kälte konfrontieren. Somit kommen wir im Alltag mit starken Temperaturschwankungen kaum zu recht, worunter sowohl unser Immun- und Abwehrsystem als auch unsere Selbstheilungskräfte leiden.

Durch regelmäßige Kältereize wird dein Körper trainiert, widerstandsfähiger zu werden.
Mit zahlreichen positiven Effekten für deine Gesundheit:

Stärkung des Immunsystems

Mehrere Untersuchungen und Studien konnten die positiven Effekte von regelmäßigen Kälteanwendungen auf dein Immunsystem bereits beweisen. [1-4}
Kältereize bedeuten, genau wie Wärmereize in der Sauna, für den Körper zu allererst einmal Stress.
Aufgrund dessen versucht der Körper unmittelbar sich an diese Situation anzupassen, also den Organismus schnellstmöglich auf die veränderte Temperatur vorzubereiten und die Widerstandfähigkeit zu erhöhen.
In Folge dessen konnte gezeigt werden, dass die Immunzellen, allen voran die weißen Blutkörperchen und die natürlichen Killerzellen, ansteigen. Ebenso zeigte sich, dass die körpereigenen Antioxidantien wie z.B. Glutathion nach einer Kältetherapie ebenfalls deutlich zunehmen [5]
Auch konnte man in Studien nachweisen, dass die Anzahl der Krankheitstage abnimmt, sobald man sich regelmäßig der Kälte aussetzt. 

Entscheidend für diesen Effekt ist natürlich die regelmäßige Kälteexposition, um einen Trainingseffekt auf deinen Körper und dein Abwehrsystem zu erzielen. Vorherige körperliche Bewegung hat viele diese Effekte übrigens nochmal gesteigert.

Durch Kälte mehr Energie und Power

Ein wichtiger Aspekt eines gut funktionierenden Immunsystems und dementsprechend einer guten Gesundheit ist Energie. 

All unsere Körperprozesse benötigen Energie, allen voran unser Immunsystem. Diese Energie entsteht hauptsächlich in unseren Zellkraftwerken, den Mitochondrien. Das bedeutet, je mehr wir von diesen kleinen Dingern haben und je besser diese arbeiten, desto mehr Energie steht unserem Körper und unserem Immunsystem zur Verfügung.

Und auch hier haben regelmäßige Minusgrade einen enormen Effekt. Durch die Kälte entsteht ein vorübergehender Energiemangel, der dafür sorgt, dass bestimmte Enzyme angeknipst werden, die dafür sorgen, dass sich die Zahl und die Funktion unserer Mitochondrien deutlich erhöht. 
Gleiches gilt übrigens auch für Sport oder Fasten.

Reduktion von Entzündungen und Schmerzen [6][7]

Das Kälte außerdem Schmerzen lindert, dürfte den meisten Menschen wohl schon bekannt sein. Ob nach Operationen, im Sport oder im Alltag, Kälte in Form von Kühlkissen, Eissprays o.ä. ist bei akuten Schmerzen häufig das Mittel der Wahl.

Die hemmende Wirkung auf Schmerzrezeptoren wurde ebenfalls schon vielfach untersucht.
Daher wundert es kaum, das der extreme thermische Reiz einer Ganzkörperkälteanwendung einen großen Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung und Entzündungsaktivität hat. 

Insbesondere bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen wurde dieser Einfluss der Kälteexposition schon mehrfach belegt. [8][9][10]

Durch regelmäßige Anwendung konnten Schmerzen, Entzündungsparameter und Funktion signifikant verbessert werden.

Weitere Pluspunkte der Minusgrade auf die Gesundheit im Überblick:

  1. Verbessert die Fitness:
    Dynamisierung der Thermoregulation erhöht die Belastbarkeit des Organismus [11]
  2. Unterstützt den Rehabilitationsprozess:
    Erhöhter Stoffwechsel, Aktivierung von Wachstumsfaktoren und Schmerz- und Entzündungsreduktion erleichtern und beschleunigen die Rehabilitation [12]
  3. Reduziert Muskelkater, Schmerzen und Entzündungen:
    Aktivierung von Anti-Entzündungsfaktoren, Stoffwechselsteigerung und Schmerzreduktion erlauben eine schnellere Regeneration und erleichtern die Beweglichkeit [13]
  4. Erhöhtes Energieniveau:
    Kältetherapie bei Tiefsttemperaturen stimuliert Ihr vegetatives Nervensystem, aktiviert den Zellstoffwechsel und löst eine starke Sympathikus-Reaktion aus [14][15]
  5. Verbessert die Regeneration und Kollagenase:
    Erhöhter Stoffwechsel und Aktivierung von Wachstumsfaktoren unterstützen die Regeneration und den Neuaufbau von Bindegewebe [16]
  6. Verbesserte Lymphdrainage und Durchblutung:
    Vasokonstriktion (Gefäßverengung) der äußeren Hautschichten und Zentralisierung des Stoffwechsels als Kältereaktion unterstützen den Abtransport von Gewebeflüssigkeit [17]
  7. Weniger Falten und Cellulite:
    Kälteanwendungen können die Kollagen-Produktion anregen und die Haut revitalisieren [18]
  8. Weniger Müdigkeit:
    Durch die Sympathikus-Aktivierung und den verbesserten Stoffwechsel bleibt der Körper wach, fit und aktiv 
  9. Weniger Stress-Faktoren:
    Die Kälteanwendung reduziert die Produktion des Stresshormons Cortisol [19]

[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19779735/

[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5025014/

[3] https://www.jstage.jst.go.jp/article/jmi/57/1,2/57_1,2_168/_article

[4] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10444630/

[5] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8063192/

[6] https://core.ac.uk/download/pdf/157727648.pdf

[7]https://link.springer.com/article/10.1007/s00063-008-1056-5

[8] https://link.springer.com/article/10.1007/s00063-009-1031-9

[9] https://krion-global.com/wp-content/uploads/2015/03/Whole-body-cryotherapy-in-inflamatory-and-non-inflamatory-rheumatic-deseases.pdf

[10] https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2000-14442

[11] Ückert, S.: Temperatur und sportliche Leistung. 1.Auflage, Meyer&Meyer Verlag, 2012, ISBN 978-3-89899-665-5

[12] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26853597

[13] https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0027749

[14] https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0072658

[15] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12832427/

[16] Fricke,R. Ganzkörperkältetherapie. Z. Phys. Med. Baln. Med. Klim. 18, 1-10/1989

[17] Westerlund, T.: Thermal, Circulatory, and Neuromuscular Responses to Whole-Body Cryotherapy. ACTA Universitatis Ouluensis D Medica 1006, Oulu, 2009, ISBN 978-951-42-9042-8

[18] Herrmann, K.; Trinkkeller, U.: Dermatologie und Medizinische Kosmetik. 2. Auflage, Springer-Verlag, 2007

[19] https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0072658