Malte Herberhold
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„Das Leben besteht in der Bewegung“ wusste auch schon Aristoteles und daher ist es heutzutage auch gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Konsens, dass Bewegung essentiell ist für unsere Gesundheit.

Der US-Amerikaner James Levine, der den Spruch “Sitzen ist das neue Rauchen” geprägt hat,

konnte in seinen Forschungen zeigen, dass Bewegungsmangel als eigenständiger Risikofaktor für zahlreiche chronische Erkrankungen anzusehen ist.

Unsere Muskulatur ist nicht nur dafür da uns zu bewegen, sondern gilt nicht zuletzt seit Entdeckung der so genannten Myokine als eigenständiges stoffwechselaktives Organ und hat so auch einen entscheidenden Einfluss auf unser Immunsystem.
Myokine (Myo=Muskel Kineis Bewegung) sind hormonähnliche Botenstoffe, von denen mittlerweile über 600 verschiedene Arten unterschieden werden. Sie werden der Gruppe der so genannten Interleukine zugeordnet.
Bereits 2007 konnte eine Forschergruppe von der Universität Kopenhagen einen deutlichen Anstieg von Interleukin-6 nach sportlicher Aktivität feststellen. Dieses Interleukin stimuliert generell Entzündungsvorgänge in unserem Körper, in Form des Myokins nach sportlicher Belastung hat es aber eine antientzündliche Wirkung.

Das liegt vermutlich daran, dass der kurzfristige starke Anstieg nach sportlicher Belastung einen hormetischen Reiz ausübt und unser Körper entsprechend (antientzündlich) gegenreguliert.

So wird vor allem die Produktion zahlreicher neuer Abwehrzellen angeregt. 

Daneben steigert Interleukin-6 kurzfristig den Fettstoffwechsel und macht Zellen empfindlicher für Insulin.

Ein dauerhaft erhöhter Interleukin-6 Spiegel, wie er bei Bewegungsmangel und Stress vorkommen kann, hat dagegen eher gegenteilige Effekte.

Allgemein ist unser Immunsystem und unser Energiestoffwechsel eng miteinander verbandelt, weswegen Sport auch hier einen wesentlichen Einfluss auf beide Systeme nimmt.
Ein gut funktionierender Energiestoffwechsel ist essentiell für eine adäquate Immunfunktion, wie wir in früheren Artikeln bereits dargestellt haben.
Ein Problem unserer Moderne ist es allerdings, dass uns immer mehr unsere so genannte metabolische Flexibilität verloren geht, sprich die gute Anpassungsfähigkeit unseres Energiestoffwechsels an unterschiedliche Situationen. 

Das liegt zum einen an einem sehr einseitigen Ernährungsstil, zum anderen dass wir nicht mehr darauf angewiesen sind, uns zuerst zu bewegen um dann (fr)essen zu können.

Unser Stoffwechsel ist aber eigentlich so angelegt, dass durch Bewegung die Insulinresistenz an den bewegten Muskeln abnimmt, dann das Essen gegessen wird und dieses als Energie daraufhin direkt in die Muskelzellen gelangen kann. 

Wenn man sich jedoch vorher nicht bewegt, sind Muskeln nicht voraktiviert und nehmen den Zucker weniger auf. 

Was kannst du also tun? Hier unsere 3 Grundprinzipien der Immunsignatur:

  1. Starte den Tag mit Bewegung (Erst jagen, dann fressen)
  2. Lange, langsame und ausdauernde Bewegungen 
  3. Kombiniert mit kurzen, intensiven Belastungen

Dein Immunsignaturcoach erstellt dir auf Grundlage deines persönlichen Risikoscores ein individuelles Programm, das auf genau diesen Grundprinzipien aufbaut und durch die anderen Interventionen der Immunsignatur (Kälte, Ernährung, Schlaf, Atmung) ergänzt wird.


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